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Was geht? (wer geht? und wohin eigentlich?)

Neulich hab ich in einer meiner Gruppen mit den Hundehaltern gehen geübt. Klingt verrückt oder? Wir sind ja keine Gymnastikgruppe oder eine Modelschule – wobei die Ergebnisse zum Teil sehr anmutig waren… Spaß beiseite, was sollte das?
Es handelte sich bei dieser Gruppe um meinen „Körpersprache Treff“ dort beschäftigen sich die Teilnehmer regelmäßig mit der nonverbalen Kommunikation mit ihrem Hund, also dem „Reden“ mit dem Körper. Dabei geht es auch immer wieder um Stimmungen, denn die kann man wunderbar über den Körper übertragen. Manchmal wird da fröhlich rumgehüpft um danach wieder ganz still zu werden und tief zu atmen. In dieser Stunde waren ausgerechnet vier besonders quietschige Hundetypen versammelt – inklusive meiner eigenen schwarzen Piepsprinzessin. Die Hundehalter kamen mehr oder weniger hektisch von Arbeit oder Autobahn und die Stimmung war allgemein eher aufgeladen. So eine typische Stimmung, bei der man merkt hier könnte es jetzt echt schwierig werden konstruktiv was mit den Hunden zu machen. Statt also wie geplant, den Longierkreis aufzubauen und körpersprachliches Führen zu üben, sind wir gegangen – und zwar ganz bewusst immer nur einen Schritt und in Zeitlupe. Das kann ganz schön komplex sein so ein Schritt! Gewicht nach vorne verlagern, Fuß langsam heben, Fuß weiter vorne wieder absetzen, langsam abrollen, Fuß ganz aufsetzen, wieder aufrichten, dabei noch tief in den Bauch atmen – ich sag Euch nach kurzer Zeit hatten wir das Gefühl wir hätten unserem Körper noch nie sowas komplexes zugemutet.. Die Hunde haben wir übrigens einfach Hunde sein lassen. Innerhalb von wenigen Minuten hatte sich die Stimmung beruhigt und wir konnten erfolgreich noch ein paar andere Übungen machen.
Klingt simpel und total erfolgreich oder? Tatsächlich ist das das Ergebnis von einem langen Prozess. Ich bin sicher, die Übung hätte in einer unserer Youngsters Gruppen anders ausgesehen – da hätten sich die jungen Wilden nämlich sicher nicht so schnell der Stimmung ihrer Menschen angepasst und wären die noch so gechillt daher gekommen.
Ganz häufig müssen Hunde erst lernen, dass es Sinn machen kann sich der Stimmung ihrer Menschen anzupassen und dazu gehört ganz oft ein recht kleinschrittiger Weg bei dem es anfangs auch dazu gehört, dass der Mensch dem Hund verbietet jetzt weiter in seiner kleinen persönlichen Partywelt zu bleiben. Je offener der Hund dem Menschen gegenüber ist, desto schneller gelingt es dann auch eine angemessene Stimmung vorzugeben. Übrigens kann auch Partystimmung mal angemessen sein – wenn ich zum Beispiel einen kleinen Angsthasen an meiner Seite habe – wäre es doch schön ich könnte ihn auf eine Party mitnehmen obwohl es zum Beispiel grade im Hintergrund anfängt zu donnern.
Stimmungsübertragung ist ein ziemlich faszinierendes Phänomen und kann ein tolles Werkzeug sein um Veränderungen im Verhalten eines Hundes zu bewirken. Bewusstmachen muss man sich dabei immer, dass das keine Einbahnstraße ist. In dem Moment wo Hundehalter in eine Beratung kommen läuft die Stimmungsübertragung meistens schon eine ganze Weile in die andere Richtung, das heißt der Mensch lässt sich von der Stimmung des Hundes beeinflussen. Ich glaube das Menschen sich viel schneller auf die Stimmung ihres Hundes einlassen, als auf die Stimmung eines anderen Menschen, vielleicht weil Menschen generell auch mehr Gefühle gegenüber ihrem Hund zulassen oder sie offener zeigen. Es reicht dann nicht einfach die eigene Stimmung zu verändern, sondern auch der Hund muss lernen, dass die Stimmung seines Menschen in Zukunft für ihn eine Bedeutung hat. Und dann können Mensch und Hund zusammengehen – ob auf die Party oder in die Chillout Lounge kann dann noch verhandelt werden

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